Meine Malerei beginnt dort, wo sich Körper verwandeln: zwischen Mensch und Tier, Kostüm und Haut, Traum und Wirklichkeit. Die fragilen Gestalten, Pferdewesen und hybriden Existenzen führen ein Eigenleben, das Humor und Verletzlichkeit verbindet.
Mich interessiert der Moment, in dem ein Bild sich auflöst und neu formt: wenn Farbe zu Haut wird, wenn Präsenz und Abwesenheit ineinanderlaufen, wenn ein Körper gleichzeitig Objekt und Abjekt ist.
Ausgangspunkt der mit Tusche gemalten Selbstporträts waren Bildvorlagen aus Mode und Kunstgeschichte. Ich habe Ausdrucksweisen maskuliner und repräsentativer Selbstdarstellung übernommen und mit Themen wie Erschöpfung, Altern und Formen des Berührt‑Seins – Sensibilität, Intimität, aber auch Humor – neu interpretiert. Diese Neukodierung zeigt sich auch in der malerischen Technik.
Bei den großen Tuschebildern gebe ich teilweise die Kontrolle ab: die Farben fließen ineinander, entziehen sich, bilden freie Formen und manchmal auch schöne Unfälle.
Die Ölbilder dagegen entstehen in Schichten, die Spuren von Entscheidungen, Übermalungen und Suchbewegungen tragen. Mitunter fühlt es sich an, als würde ich die Figuren nicht malen, sondern freilegen.
In dieser Spannung zwischen Impuls und Langsamkeit entsteht das, was mich interessiert: das Lebendige im Moment seiner Verwandlung.